„Wien wäre die einzige Stadt weltweit, wo Parkraumbewirtschaftung und Citymaut gleichzeitig durchgeführt werden“

Das sagte Manfred Juraczka, der Klubobmann der ÖVP in Wien, in einer Presseaussendung am Montag zur „Citymaut“, die von der rot-grünen Stadtregierung gerade diskutiert wird.

Bei dem Vorschlag geht es um eine Gebühr zur „Nutzung“ (also Befahrung) der Innenstadt. Ein Vorschlag, den die Grünen schon länger einbringen – jetzt zeigt sich auch die SPÖ gesprächsbereit. Die ÖVP (in Wien eher eine Kleinpartei) hat schon im letzten Wien-Wahlkampf (mit Juraczka als Spitzenkandidaten) „Schluss mit den Autofahrer-Schikanen“ plakatiert und ist als Kritiker der rot-grünen Stadtregierung dagegen.

Dass Wien die einzige Stadt weltweit wäre, die neben dem „Parkpickerl“, das sich hinter dem sperrigen Begriff „Parkraumbewirtschaftung“ verbirgt, auch noch eine Citymaut einführt, stimmt nicht – und hätte sich durch eine kurze Google-Recherche auch erübrigt. Helge Fahrnberger, der bei Kobuk etwas Ähnliches wie wir macht und Fake News normalerweise bei anderen Medien aufdeckt, hat dazu schnell einige Beispiele gefunden:

Das sind übrigens nicht alle Beispiele – Citymaut und Parkraumbewirtschaftung gibt es z. B. auch noch in Rom, wo die Parkraumbewirtschaftung € 1,50 die Stunde kostet. Und so selten ist die Citymaut auch nicht.

Es gibt sie in vielen Städten: Bergen, Oslo, Trondheim (alle Norwegen), Durham, London (beide Vereinigtes Königreich), Bologna, Mailand, Rom (alle Italien), Stockholm, Göteborg (beide Schweden), Prag (Tschechien), Budapest (Ungarn), Valletta (Malta) und außerhalb Europas in Singapur (gleichnamige Hauptstadt von Singapur) und Hanoi (Hauptstadt von Vietnam).

Juraczkas Aussage ist jedenfalls falsch: Es gibt einige Städte, in denen beide verkehrspolitische Maßnahmen gleichzeitig gelten.